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Seminar Israel-Palästina mit großem Zuspruch

Der KDA des Ev. Kirchenkreises Oberhausen soll auf Synoden Kennzeichnungspflicht von Waren aus besetzten Gebieten in Israel/Palästina beantragen.

Das war ein Ergebnis des Kurzseminars des Ev. Kirchenkreises zum Israel-Palästinensischen Konflikt, zu dem sich am Samstag rd. 70 Teilnehmer eingefunden hatten.

Das Eingangsreferat des Journalisten und Nahost-Experten Andreas Zumach, Träger des Göttinger Friedenspreises, informierte die Teilnehmer über die Geschichte der Entstehung des Staates Israel, Vertreibung der Palästinenser, Kriege, Besatzung und Befriedungsbemühungen seit Camp David bis heute. Danach beschäftigten sich fünf Themengruppen mit Teilaspekten zu dem Konflikt:

Während Martin Breidert (Solidarische Kirche) den Aufruf der palästinensischen Christen zur Beendigung der Besatzung von 2011 („Die Stunde der Wahrheit“) erläuterte, konnte man sich bei Volker Haarmann (Ev. Beauftragter für den Christlich –Jüdischen Dialog) mit der Antwort auf den Aufruf durch drei Ausschüsse der Rheinischen Kirche von 2013 auseinandersetzen. Claudia Bergmann von Amnesty International diskutierte die Amnesty - Sicht auf die Menschenrechtsverletzungen in Palästina und Norbert Richter (Pax Christi Essen) stellte die Aktion „Besatzung schmeckt bitter“ vor. Bei Andreas Zumach schließlich diskutierte man mögliche Perspektiven für ein friedliches Zusammenleben, wobei die Zweistaatenlösung in den Grenzen von 1967 als zur Zeit einzig akzeptable, aber kaum durchsetzbare erschien.
In der anschließenden Podiumsdiskussion aller Genannten wurde vor allem die kontroverse Bewertung unseres Umgangs mit dem Konflikt deutlich, und dass nach vielem Reden nun auch das Handeln stehen müsse.
Neben der Bitte, die kleine Minderheit der palästinensischen Christen zu unterstützen, stellte zum Schluss Pfarrer Andreas Loos (KDA) bei den Teilnehmenden zur Abstimmung , ob sie für den Kirchenkreis OB und auch für die Landessynode einen Antrag stellen sollen, sich an der Pax Christi - Aktion „Besatzung schmeckt bitter“ zu beteiligen.

Hierbei soll es zuerst um die Forderung nach Kennzeichnung der Waren gehen, zur Unterscheidung, ob sie aus dem israelischen Kernland oder aus den durch Israel besetzten Gebieten kommen. Sollte diese Kennzeichnung (die längst zu den EU—Richtlinien gehört) nicht stattfinden, dann will man allerdings zum Verzicht auf den Kauf aller Waren aufrufen.
Diesen Antrag haben die Teilnehmer mit überwältigender Mehrheit angenommen, so dass der KDA Oberhausen sich nun damit befassen zu befassen hat.
Trotz manch kontroverser Ansichten gingen alle Teilnehmer fair miteinander um, und so konnte der Synodalassessor des Kirchenkreises Thomas Witt-Hoyer das Seminar gegen 15:00 Uhr mit einem Reisesegen pünktlich beenden.

 

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