TRANSPARENTonline

für die kritische Masse in der Rheinischen Kirche

Nr. 90

editorial

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Liebe Leserinnen und Leser,

wie immer im Herbst erscheint Transparent als gemeinsame Ausgabe mit amos - und das heißt auch ein wenig umfangreicher als gewohnt. Das Layout ist diesmal wieder "amos" (vielen Dank an Aki für die viele Arbeit!!).

Der Schwerpunkt des Heftes heißt "1968". Das verspricht viel Nostalgie, vielleicht auch Wehmut. Wir wollten aber dabei nicht stehen bleiben, sondern auch an das Liegengebliebene und noch Austehende dieses Aufbruchs erinnern - wie weit das gelungen ist, seht selbst...

Daneben finden sich im neuen Heft aber auch aktuellere Beiträge zur Zukunft der EU, zu Palästina und zur Ruhr-Kulturhauptstadt 2010.

Die Transparent-Redaktion diskutiert übrigens, wie lange Transparent noch weiter als gedrucktes Heft erscheinen kann. Die momentane Lage ist finanziell nicht mehr haltbar, und auch unsere personellen Ressourcen sind nach wie vor sehr knapp. Momentaner Diskussionsstand ist, die vier Ausgaben im Jahr 2009 noch erscheinen zu lassen (auch wenn wir nicht genau wissen, wie wir sie finanzieren sollen) und spätestens im Sommer 2009 über die Einstellung der Druckausgabe zum Ende des Jahres zu entscheiden, wenn sich bis dahin an der finanziellen Basis nichts wesentlich geändert hat. Wir bräuchten wahrscheinlich eine Erhöhung des Abopreises auf 20,- € und dabei nicht weniger (wie dann zu erwarten) sondern mehr AbonnentInnen. Tja, so sieht's aus.

Viele Grüße,

Die Redaktion

Das aktuelle Heft (Nr. 90, Oktober 2008, gemeinsam mit amos)

 

 

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Sterbende Tiere …

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Hermann Schulz

Sterbende Tiere …

Ich hatte diesen Kreis von Freunden einige Jahre lang nicht gesehen. Der Mann der Gastgeberin war vor zwei Jahren ausgezogen und hatte eine jüngere Freundin. Er blieb, wie ich erfahren hatte, im Gespräch mit seiner Frau. Der Vierte in der Runde war ein Journalist aus Lateinamerika, den wir früher gemeinsam regelmäßig trafen, wenn er in Deutschland war. Er hatte gerade zum vierten Mal geheiratet.

Das Essen war ausgezeichnet und wir unterhielten uns über Politik und ob das Leben uns gut behandelt. Der Mann der Gastgeberin erzählte begeistert, er habe begonnen, das Buch seines Lebens zu schreiben. Um sich selbst auf die Spur zu kommen.

Unausgesprochen stand im Raum, dass nach zwei Stunden noch kein Wort über sein „neues Leben“ außerhalb von Ehe und Familie gefallen war. Da beendete die Gastgeberin den gemütlichen Teil und fragte die Runde:
„Warum suchen sich ältere Männer jüngere Frauen? Warum überlegen sie nicht, was sie aufs Spiel setzen? Sind die jungen Dinger so viel besser im Bett? Oder was treibt sie dazu?“
Die Stimmung wurde einerseits verlegen, weil es um den anwesenden Mann ging; andererseits spürte ich Erleichterung, dass wir nicht länger wie die Katzen um den heißen Brei schleichen mussten.
Verständlich, dass der Ehemann sich vor uns (seinen Freunden) erklären wollte: Er sei mit seiner Lebensphase als 60-jähriger noch nicht fertig, brauche Abstand von der Ehe, suche nach Bestimmung und Wegweiser für die kommenden (letzten) Jahre. Das Thema „junge Geliebte“ spielte er, ein wenig peinlich berührt, herunter. Es kam mir wie ein Verrat vor, ich verstand aber seine Beweggründe.
Der Journalist aus Lateinamerika gab lakonisch zu bedenken, manche Dinge (auch die Liebe) würden einfach zu Ende gehen. So sei das Leben, und seine erste Ehefrau sei acht Jahre älter gewesen als er selbst.
„Aber da wart ihr noch beide jung!“, beharrte die Gastgeberin, „würdest du dir heute mit 60 eine ältere Freundin anlachen?“
„Könnte doch sein. Ich will das nicht ausschließen …“, antwortete er, aber es klang nicht gerade glaubwürdig.
„Ihr könnt Euch die jungen Dinger holen. Aber ich bin allein, verdammt noch mal! Ich bin jetzt über 50!“
Ich war versucht der Gastgeberin zu sagen, sie sehe noch toll aus und würde sicher bald … Aber ich schwieg lieber, tröstende Worte waren hier nicht angebracht. Stattdessen gab ich ein paar Überlegungen aus eigener Erfahrung in die Runde, die, so vermutete ich, teilweise auf die Ehe der Gastgeber zutrafen; ich formulierte sie aber vorsichtig, dass niemand sich direkt angesprochen fühlen musste.
„Manchmal wird die gewohnte Hierarchie gestört, wenn karrieremäßig die Frau an dem Mann vorbeizieht. Es gibt Männer, die das schlecht aushalten … Schwache Männer heiraten oft starke Frauen, die ihre Prinzen wie Löwinnen bewachen. Wenn sich der Schutzbedürftige aber emanzipiert und Persönlichkeit gewinnt, gerät die Frau oft in Panik und verfolgt mit Misstrauen seine Wege. Das nervt! In Ehen kommt es leicht zu einer Inflation des gegenseitigen Respekts; den aber braucht der alternde Mann mehr als früher – und holt ihn sich bei jungen Frauen, von denen er bewundert und respektiert wird. Er hat ja eine Lebensleistung vorzuweisen. Solche Beziehungen allerdings haben erfahrungsgemäß ein kurzes Verfallsdatum … Und dann will man vermutlich auch seine Männlichkeit noch einmal beweisen.“
Ich merkte, dass ich ins Stammeln geriet, das war doch alles sehr theoretisch. Aber an der Reaktion des Ehemannes merkte ich, wo er sich angesprochen fühlte. Ich versuchte ihn zu fragen, warum er seinen großen Roman nicht zu Hause schreiben könne. Aber ich fragte es nicht. Wenn er sich durch seine Ehefrau blockiert fühlt, würde er es schon sagen – oder auch nicht. Nicht immer ist der kritische Blick einer Ehefrau der Kreativität förderlich. Als hätte er den gleichen Gedanken, sagte der Journalist: „Eine Ehefrau kennt nach ein paar Jahren jeden Knopf, auf den sie drücken muss, um ihren Mann zu disziplinieren. Oder zu demütigen. Das nervt!“ Beschwichtigend fügte ich hinzu:
„Besser, dein Mann schreibt ein Buch, als dass er wie viele Männer in der Krise Extremsport treibt oder sich einen Rennwagen kauft.“ Das meinte ich ernst. Und es ist ja unerheblich, ob der literarische Versuch wirklich gelingt. Dann erzählte ich von einem Film, den ich gerade gesehen hatte: „Elegie“, nach dem Roman „Ein sterbendes Tier“ von Philip Roth. Ein alternder Literaturprofessor beginnt eine Liebschaft mit seiner schönsten Studentin, eine unbewusste Art von hilfloser Sterbehilfe, und erfährt, dass es nicht ausgemachte Sache ist, dass er früher stirbt als sie.
Wir versuchten Schneisen zu schlagen durch das Gewirr von Konditionierungen, die ja oft bis in die Kindheit reichen, redeten über ungeklärte Mutterbindungen als Ursache, gestörte Liebesfähigkeit und immer wieder von der Sehnsucht nach Bestätigung – und dass es nicht so einfach sei, nach dem Kampf um Karriere eine neue Rolle als Mann zu finden.
Auf dem Nachhauseweg kam ich an einem Kino vorbei, „Wolke 9“ war angezeigt, ein mutiger Film über Sexualität im Alter. Ich beschloss, ihn mir anzusehen.

Hermann Schulz lebt als Autor von Kinderbüchern und Romanen in Wuppertal, seine Lebensgefährtin ist 23 Jahre jünger als er. Im Klartext-Verlag Essen ist sein Roman „Sonnennebel“ in der Reihe „Wir in NRW“ als Band 50 erneut erschienen. Und Ende August d.J. erschien von Sabine Jaeger und Hermann Schulz „schmeckt´s? Alles übers Essen“, im Patmos-Sauerländer-Verlag, Düsseldorf, Vorwort von Jean Ziegler, Genf. Für Menschen ab 11 Jahre.

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Lehrlings- und Schülerbewegung im Ruhrgebiet 1969 – 1970

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Christoph Ebner

Lehrlings- und Schülerbewegung im Ruhrgebiet 1969 – 1970

Ende der Sechziger Jahre war die Bochumer Uni die einzige ausgebaute des Ruhrgebiets, die nächste – in Dortmund – befand sich noch im Aufbau. Im Sommer 1969 wurde für ein Jahr der neue ASTA der Ruhr-Universität Bochum gewählt, der aus zwei Mitgliedern des SHB (Sozialdemokratischer Studentenbund) und je einem Mitglied der HSU (Humanistischer Studentenbund) und des SDS (Sozialistischer Deutscher Studentenbund) bestand. Die Redaktion der damals viel gelesenen Zeitung des ASTA, der BSZ (Bochumer Studentenzeitung), wurde dem SDS überlassen. Einmalig in der Geschichte der ASTen war die Einrichtung eines von vier Arbeitsbereichen: die Beziehungen der Studentenschaft zu Lehrlings- und Jungarbeiter-Gruppen im Ruhrgebiet. Ich wurde dieser Lehrlingsreferent des ASTA.

Dies kam nicht von ungefähr. Schon seit 1968 war die Zeit reif für die Explosion politischer und betrieblicher Aktivitäten von Lehrlingen und Jungarbeitern. Entsprechendes galt für die Schüler, ja, für die Jugend allgemein. Alle hatten – wie ja auch Studenten und Arbeiter – nicht im Zentrum der gesellschaftlichen und politischen Diskussion gestanden, ihr Kampf um Rechte und Besserstellung stand nun auf der Tagesordnung. Wichtige Mobilisationsdaten waren dabei das Attentat auf Rudi Dutschke am 11. April 1968 und die Demonstration dagegen zwei Tage später vor dem Springer-Haus in Essen, die „Ruhrkampagne gegen die Notstandsgesetze“ linker Studenten der Ruhr-Uni bis zu deren Verabschiedung Ende Mai 1968, die Demonstration dagegen mit 50.000 Teilnehmern am 11. Mai 1968 in Bonn sowie die Septemberstreiks, die am 2. September 1969 auf der Westfalenhütte in Dortmund ihren Ausgang gefunden und sich dann ausgeweitet hatten auf weitere Stahlwerke (z.B. den Bochumer Verein) und auf Zechen, seit dem 5. September auch in Bremen, am 8. September im Saarland, in der Oberpfalz, in Kiel und an anderen Orten. Insgesamt streikten im September 1969 in 69 Betrieben ca. 140.000 Arbeiter und Angestellte, die damit eine durchaus beachtliche Besserstellung erreichten.


Links denkende und handelnde Jugendliche musste man dementsprechend seit dem Frühjahr 1969 im Ruhrgebiet nicht mühsam suchen. Es gab sie – bei ganz unterschiedlicher Couleur – von Rheinhausen bis Hamm, von Hattingen bis Marl. Viele hatten sich zu Gruppen zusammengeschlossen. Die Größten von ihnen bestanden in den großen Städten, also in Dortmund, Bochum, Essen und Duisburg. Meist waren es einige besonders aktive Studenten oder Berufsschullehrer/Lehrer, die so etwas wie einen Kristallisationspunkt für Schüler, Lehrlinge und Jungarbeiter darstellten. Auch „Falken“-Gruppen waren dabei (z.B. in Duisburg) und vereinzelt Teile von SDAJ-Gruppen, die mit der offiziellen DKP-Politik nicht einverstanden waren (nach meiner Erinnerung z.B. in Mülheim).

Einige der Gruppen junger Leute arbeiteten separat im Betriebs- oder Schulbereich, die meisten wiesen eine „gemischte“ Mitgliederstruktur von Lehrlingen und Schülern auf.

Meine Arbeit bestand darin, die bekannten Gruppen zu besuchen, Kontakte und inhaltlichen Austausch untereinander herzustellen, mitzumachen bei der Demonstrationsorganisation und der Vorbereitung von Kongressen. Einige Gruppen unterstützte der ASTA auch finanziell oder druckte für sie Flugblätter. Wir saßen ja, als direkte Nachbarn der katholischen und der evangelischen Studentengemeinden, in einer der Baracken an der damaligen Mensa und hatten z.B. ordentliche Druckapparate und einige, allerdings recht geringe, finanzielle Mittel zur Verfügung. Ob solche Arbeit „korrekt“ im Sinne eines ASTAs war, kam uns nicht in den Sinn, denn wir waren der festen Überzeugung, dass studentische Interessenvertretung nicht vereinzelt, sondern nur im Bündnis mit gleich gesinnten Gesellschaftsgruppen erfolgreich sein konnte.

So lernte ich im Laufe des Jahres 1969/70 hunderte begeisterungsfähiger, durchaus ernsthafter junger Leute kennen, die sich in ihrem Bereich, also vor allem in Betrieben, an Schulen und Berufsschulen, am allgemeinen linken „Projekt“ beteiligen wollten, wobei sie das Schwergewicht auf ihre Probleme vor Ort legten.

Zu einem wichtigen Datum wurde dann der 20. Dezember 1969. An diesem Tag fand in Bochum die erste Vollversammlung der Gruppen im Ruhrgebiet im Anschluss an eine zentrale Vietnam-Demonstration statt. Der Tagungsort, eine große Schulaula, war übervoll. Das Kamerateam des WDR hatte es schwer, durch die Seitengänge zu kommen. Es wurde allerdings von der Kongressleitung wieder zurückgeschickt: Aufnahmen unerwünscht. Das Hauptreferat gab zunächst eine Übersicht über die Situation der „sozialistischen Gruppen im Ruhrgebiet“, stellte die gemeinsamen Aufgaben dar und machte schließlich Vorschläge zur Organisierung. Bei der Übersicht wies der Referent auf die bisherigen Ausgangspunkte für den Zusammenschluss zu einer Gruppe hin: Aktionen gegen Springer, die Notstandsgesetze, antifaschistische Aktionen (gegen die damals grassierende NPD), antiimperialistische Kundgebungen (zu Vietnam, Kambodscha, Black Panther u.a.). Keine Erwähnung fanden im Referat allerdings die für die anwesenden Jungarbeiter- und Lehrlingsgruppen wichtigen Septemberstreiks dieses Jahres, die gezeigt hatten, was Einigkeit bewirken kann. Diese Streiks hatten Mut gemacht und allen jetzt und hier Anwesenden Schwung verliehen. Als gemeinsame Aufgaben benannte der Referent die Selbstschulung, z.B. das Erarbeiten von „Lohnarbeit und Kapital“ oder des Kommunistischen Manifestes. Weiter sollten Orts-, Betriebs-, Berufsausbildungs- und Lehrlingssituations-Analysen durchgeführt werden. Für die zukünftige gemeinsame Arbeit sollten Delegierte benannt werden, die dann zu einer ersten Konferenz zusammen kommen sollten.

Bei dieser Veranstaltung fielen, wie auch schon bei der vorhergehenden Vietnamdemo, die „Roten Garden“ auf, die ihren Schwerpunkt vor allem in Essen hatten. Hinter den Plakaten von (nach meiner Erinnerung) Marx, Engels, Lenin, Stalin und Mao zeigten sie ein geschlossenes und entschlossenes Auftreten. Vor allem agitierten die ca. 100 jungen Leute in Richtung einer Partei, nämlich der KPD/ML, deren Jugendorganisation sie ja waren.
Nur wenig später, am 11. Januar 1970, fand in der Ruhr-Uni die erste (und letzte) Delegiertenkonferenz der linken Zirkel statt. Das dazu eigentlich vorgesehene Büro der Betriebsgruppe 1 (B1) in der Bongardstraße hatte sich als zu klein erwiesen für die Vertreter von ca. 35 Gruppen nicht nur aus dem Ruhrgebiet, sondern auch aus dem Wuppertaler und Düsseldorfer Raum sowie aus dem Sauerland. Nach meiner Erinnerung wurde der Vorschlag angenommen, eine zentrale Zeitschrift herauszugeben, dessen Redaktion von der B1 gestellt werden sollte. Fernziel dieser mit knapper Mehrheit angenommenen Entschließung war die spätere Gründung einer marxistisch-leninistischen Partei, wobei meines Wissens aber zunächst nicht an die KPD/ML gedacht war.

Danach beschleunigten sich die Ereignisse: Das Zeitungsprojekt kam über eine Ausgabe nicht hinaus, denn die Mitglieder der Betriebsgruppe 1 wurden Anfang März in die Roten Garden (die Jugendorganisation der KPD/ML) aufgenommen. Das bisherige B1-Büro beherbergte kurz danach dann auch das Büro der KPD/ML. Dem Vorbild der B1 folgten viele der noch im Januar autonomen Gruppen. Ende März 1970 waren die Roten Garden (die sich bald darauf Kommunistischer Jugendverband = KJVD nannten) des Ruhrgebiets eine ca. 300 Mitglieder starke Organisation, weit stärker als die trotzkistischen oder anarcho-kommunistischen Gruppen, die z.B. in Marl durchaus einen Faktor linker Politik darstellten. Der KJVD wurde für ca. ein Jahr der größte linke Jugendverband des Ruhrgebiets und stellte beim Düsseldorfer Lehrlingskongress der Jusos am 28. November 1970 mit über 200 Teilnehmern eine fast gleich große Gruppe wie die Jusos selbst. Ca. 40 Teilnehmer konnte man den Trotzkisten zurechnen (sie verstanden sich wenigstens so), denen es allerdings nach einer Rede eines begeisternden Jungarbeiters und KJVD-Mitglieds aus Hagen gelang, ihren Slogan „Sprengt den Kongress!“ durchzusetzen.

Zwar machten nicht ausnahmslos alle Aktiven den Schwenk zur KPD/ML – KJVD mit, doch war im Frühjahr 1970 die Zeit für unabhängige linke Jugendgruppierungen weithin beendet. Ihre Existenz blieb auf wenige Gruppen beschränkt, da eine ‚rein gewerkschaftliche‘ Vertretung den jungen Leuten nicht ausreichte – sie wollten weiter, „zur Sonne, zur Freiheit“. Ein neues Kapitel wurde aufgeschlagen, in das viel Zeit und Herzblut investiert wurde.

Ich selbst habe bis heute noch Kontakt zu einer Reihe der damaligen Aktivisten aus dem Betriebsbereich. Einige sind schon verstorben, viele haben sich weitergebildet und studiert, sind Lehrer geworden oder in der Erwachsenenbildung tätig. Andere sind in den Betrieben geblieben und haben dort die Interessenvertretung als Betriebsräte und Vertrauensleute wahrgenommen. Soweit ich das beurteilen kann, stehen alle noch zu ihrem damaligen Grundimpuls, sehen die Zeit nach Januar 1970 aber als zum großen Teil vertan an, wenn sie für uns – da aber eher ungewollt – auch zu einer wichtigen Lehrzeit geworden ist.

Christoph Ebner, geb. 1947, aufgewachsen in Dortmund, Vater Betriebsschlosser bei Hoesch, Jura-Studium (sehr lang wegen gleichzeitiger politischer Arbeit), Richter in Essen, Recklinghausen, Bochum und Schwelm, verheiratet, Frau und Kinder in Sozialberufen.

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Schön und Gut

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Wolfgang Belitz

Schön und Gut

In diesem Herbst bin ich seit genau 25 Jahren Mitglied im Vorstand der „Hoppmann Stiftung Demokratie im Alltag“. Seit genau 10 Jahren bin ich jetzt Vorsitzender des Vorstands.

Die Arbeit in der Stiftung ist die mit Abstand schönste Erfahrung in meiner langen Tätigkeit als Sozialpfarrer und Sozialethiker. Es ist wie die Erfüllung eines Traumes. Die Hoppmann Stiftung ist die Eigentümerin und alleinige Gesellschafterin der Martin Hoppmann GmbH und ihrer sechs Tochterfirmen, insgesamt eines der größeren Opel-Handelsunternehmen in Deutschland. Der Siegerländer Unternehmer Klaus Hoppmann hat das ehemalige Familienunternehmen im Jahre 1959 als gut dreißigjähriger Jungunternehmer nach dem Tode seines Vaters übernommen und Zug um Zug durch Gewinnbeteiligung und Mitbestimmung aller regelrecht revolutioniert und als Schlussstein den gesamten Firmenbesitz einer Stiftung übertragen, die er eigens zu diesem Zweck gegründet hatte. Damit hatte Klaus Hoppmann ein Reformwerk geschaffen, das in der Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts seinesgleichen sucht.

Die gerade erschienene ganz eigenartige Denkschrift der Sozialkammer der EKD mit dem Titel „Unternehmerisches Handeln in evangelischer Perspektive“ wählt zwar zur Beurteilung der Wirtschaft heute eine ganz individuell-personalistische Betrachtungsweise, ist aber trotzdem nicht in der Lage, die bedeutendste evangelische Unternehmerpersönlichkeit der Gegenwart auch nur beim Namen zu nennen, geschweige denn ihr Lebenswerk in „evangelischer Perspektive“ als Vorbild für „unternehmerisches Handeln“ zu würdigen.


Der Unternehmensbesitz ist das Stiftungsvermögen, aus dessen Erträgen die gemeinnützige Förderarbeit der Stiftung finanziert wird. Die Stiftung entnimmt dem Gewinn des Unternehmens jährlich eine Summe von mindestens 100.000 Euro. Laut Satzung ist es die Hauptaufgabe der Stiftung, Projekte und Maßnahmen für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche zu fördern. Die Stiftung hat bislang in erster Linie als Förderstiftung gearbeitet. Das heißt, Interessenten und Interessentinnen reichen Anträge für ihre Projekte ein, und die Stiftung fällt dann die entsprechenden Förderentscheidungen.

Jetzt haben wir uns zum ersten Male ein eigenes und eigenartiges großes Projekt vorgenommen, das wir selbst entwickeln und gestalten wollen. Unsere Vision ist das „Erfahrungsfeld SCHÖNUNDGUT Fischbacherberg“ in Siegen. Zur Verwirklichung haben wir mit der sehr kooperativen Stadt Siegen eine „civil-public-partnership“ begründet und zusammen bislang rund 1 Million Euro als Startkapital zur Verfügung.

Wir wollen den ehemaligen Schießstand der belgischen Truppen im Wald auf dem Fischbacherberg, ein Areal von ca. 60.000 m², in ein hochwertiges Erfahrungsfeld für arbeitslose Jugendliche verwandeln. Gerade eben hat die Stadt mit unserem gemeinsamen Geld die Fläche vom Bund gekauft und kostenlos an uns in Erbpacht weitergegeben. Alles, was nun auf dem Gelände durch arbeitslose Jugendliche entsteht, soll „SCHÖN“ und „GUT“ werden. Arbeitslosen Jugendliche, die zu einem guten Teil der Unterschicht entstammen, ist in der Regel in ihrem bisherigen Leben wenig „SCHÖNES“ und „GUTES“ zuteilgeworden. Das soll sich auf dem Fischbacherberg ändern. Das Erfahrungsfeld soll ein soziales, handwerkliches, künstlerisches und naturbezogenes Projekt werden, das in fortwährender Arbeit von jungen Arbeitslo-sen unter der Anleitung von befähigten Fachleuten entwickelt und gestaltet wird. Natur und Kultur, Arbeit und Kunst, kreative und reproduktive Arbeit sollen eine neue Beziehung eingehen und neue Erfahrungen von Arbeit und Leben, ganzheitlichem Wirken und Erleben vermitteln. Wir meinen, dass junge Menschen das Recht haben in Ruhe herauszufinden, welches ihre Stärken sind und welche Arbeit zu ihnen passt. Solche Arbeit ist nicht an den vermeintlichen Anforderungen der Wirtschaft orientiert.

Alle Ergebnisse der Arbeit sind nicht für die Katz, auch nicht für den Markt und nicht für den Müll. Sie sollen der Öffentlichkeit zugänglich sein, der Erfahrungspark ist für alle da. Zunächst errichten die Jugendlichen ein architektonisch schönes Hauptgebäude mit Werkstatt, Versammlungsräumen, Restauration und Sanitäreinrichtungen, von dem die weiteren Wege ausgehen. Jenseits des Hauptgebäudes wird eine Agora angelegt, umrahmt von Kunstwerkstätten für Metalle, Holz und alle Materialien, die geeignet sind zur künstlerischen Gestaltung des Geländes. Fahrzeug- und Computerwerkstatt sind Erfahrungsboxen, die an den bekannten Interessen junger Leute anknüpfen. Musik-, Theater- und Video-Werkstätten sind bezogen auf eine angrenzende Freilichtbühne für Open-Air-Veranstaltungen.
Die Elemente kommen zu ihrem Recht: Die Feuerwelt umfasst artifizielle Grillanlagen, Sonnenuhren und Sonnenwagen, Siegerländer Kohlenmeiler und historische Backhäuser. Am anderen Ende werden die Reste der Schießanlagen zu einem Berg aufgetürmt, auf dessen Gipfel Windrad und Windspiel wirken. Wasserläufe ergießen sich herab und durchziehen das Gelände. Die Erde bringt hervor Gartenanlagen, Kräuter- und Bauerngarten, Wiesen und Weiden für allerlei Tierleben.

Das Erfahrungsfeld soll nicht nur von arbeitslosen Jugendlichen gestaltet, sondern auch von ihnen selbst verwaltet werden in der Hoffnung, dass im Laufe der Jahre auch Dauerarbeitsplätze entstehen.

Im Hintergrund unserer Träume kann man ein wenig erkennen von der Kinder- und Jugendorchesterbewegung in Venezuela.

Wolfgang Belitz, Mitherausgeber des AMOS, ist seit 1970 Sozialpfarrer der Ev. Kirche von Westfalen und seit mehr als 10 Jahren ständiger Kolumnist für AMOS; er lebt in Unna.

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Die Essener AG gewerblicher Lehrlinge

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Hartmut Schmeling

Die Essener AG gewerblicher Lehrlinge

Im September 1967 betrat ich die Gewerbliche Berufsschule Essen-Mitte. Hier sollte ich nun die nächsten Jahre arbeiten. Ich meldete mich bei der Schulleitung, bekam meinen Stundenplan und konnte beginnen. Ich hatte vom Seminar viele gute Unterrichtsentwürfe in der Tasche. Was sollte mir schon passieren?
Finden diese Themen aber das Interesse der Schüler? Als Religionslehrer bin ich auf das Interesse der Schüler angewiesen. So müssen die Probleme besprochen werden, die den Schülern auf den Nägeln brennen. Das sind in der Regel keine religiösen Themen. So musste ich überwiegend Probleme aus dem Alltag der Schüler behandeln und dabei den Versuch unternehmen, diesen Alltag für sittliche und religiöse Entscheidungen durchsichtig zu machen.

1967: angewiesen auf Einzelfallhilfe

Immer wieder sprachen die Lehrlinge über die Probleme am Arbeitsplatz und suchten nach Lösungen, die sich, kurz gesagt, 1967 etwa so darstellten:
Man konnte nicht sagen, dass dem Lehrling bis dato nicht geholfen worden ist. Einzelne Eltern und auch andere Erwachsene, vor allem Berufsschullehrer, hatten im konkreten Einzelfall immer schon einmal versucht, die Ausbildungssituation eines Lehrlings zu verbessern. Diese Versuche waren auch keineswegs in jedem Fall ergebnislos. Diese Einzelfallhilfe hatte aber einen großen Nachteil: Der Lehrling übernahm dadurch in der Regel nicht genug eigene Verantwortung für seine Ausbildung, der größte Teil der Verantwortung verblieb auf den Schultern von Erwachsenen. Es soll nicht bestritten werden, dass die Erwachsenen erhebliche Verantwortung für die Jugendlichen tragen. Es ist aber dringend notwendig, dass der Jugendliche lernt, sich für sein Recht stärker selbst zu engagieren. Der Lehrling soll und muss sich selbst helfen.

1968: Aufbruch in die Lehrlingsbewegung


Die gesamte Bildungsdiskussion allerdings war jahrzehntelang beherrscht von den Problemen der Studenten und Schüler. Dabei vergaß man bezeichnenderweise, dass es sich nur um einen sehr kleinen Teil ohnehin privilegierter junger Leute handelte. Das Elend der Ausbildung von 80% Jugendlichen, von etwa 1,5 Millionen Lehrlingen, blieb vollständig im Dunkeln.
Die Erkenntnis, dass Lehrlinge sind selber engagieren mussten, begann inmitten der begonnenen politischen Aufbrüche in dieser Zeit immer plausibler zu werden. Auch in der Berufsschule merkten Lehrlinge und Lehrer zunehmend, dass es nicht mehr ausreichen kann, nach dem Motto zu handeln: „Gut, dass wir darüber gesprochen haben!“ Nein, es musste etwas geschehen.
So gründeten im November 1968 Auszubildende der Berufsschule Mitte sowie mein Kollege Bruno Peters und ich die Arbeitsgemeinschaft gewerblicher Lehrlinge. Die Lehrlinge wollten mit uns gemeinsam und systematisch ihr Problem, die Unterdrückung und Ausbeutung durch die Lehrbetriebe, anpacken.
Schon bald stand die Arbeitsgemeinschaft im Blickpunkt der Öffentlichkeit, denn sie hatte bis dahin Unbekanntes, ja, Unglaubliches getan: Bei den Aktionen prangerten die Lehrlinge Betriebe mit Missständen in der Ausbildung an, und zwar öffentlich, mit Nennung der Namen.
Diese Methode brachte der Arbeitsgemeinschaft schließlich die in der ganzen Bundesrepublik bekannt gewordenen „Essener Lehrlingsprozesse“ ein. Die Betriebe überhäuften sie mit gerichtlichen Klagen. In neun Zivilverfahren mit einem Streitwert von insgesamt 82.000 DM drohten den Lehrlingen Prozesskosten und Schadenersatzforderungen von etwa 80.000 DM. Zwar konnten die Lehrlinge den größten Teil der Prozesse für sich entscheiden, doch blieben Kosten in Höhe von ca. 20.000 DM zu bezahlen. In einer beispiellosen Sammelaktion brachte die Arbeitsgemeinschaft das Geld auf.
Aber: Die Prozesse hatten sich als Erfolg erwiesen – und zwar nicht nur, weil die Lehrlinge sie juristisch zum größten Teil gewonnen hatten, sondern auch gesellschaftspolitisch: Zum ersten Mal musste sich ein deutsches Gericht mit der Frage befassen, wer als „Ausbeuter“ bezeichnet werden darf. Zum ersten Mal wurden Klagen von Lehrlingen über Missstände in der Berufsausbildung gerichtsaktenkundig. Kein Lehrherr konnte länger behaupten, die Lehrlinge übertrieben in ihrer Kritik oder würden gar lügen.

Erfahrungen in der Lehrlings-Arbeitsgemeinschaft

Nach unserer Erfahrung sind etwa 10% der Lehrlinge bereit, sich für eine Verbesserung ihrer Ausbildung aktiv zu engagieren. Diese Lehrlinge trafen sich in der Arbeitsgemeinschaft. Ein fester Ort und eine feste Zeit sind elementare Voraussetzungen für eine funktionierende Gruppenarbeit. Vor größeren Aktionen haben sich allerdings zusätzliche Treffen als notwendig erwiesen.
Die Arbeitsgemeinschaft der Essener Lehrlinge wollte so wenig Institution wie unbedingt notwendig, aber so viel Schlagkraft nach außen wie irgend möglich. Es darf nicht vergessen werden, dass der Jugendliche ein ausgesprochenes Gerechtigkeitsempfinden besitzt, dass er begeisterungsfähig ist für alle Ideale und damit auch für eine bessere Bildung und Ausbildung, dass er ein natürliches Solidaritäts- und Zusammengehörigkeitsgefühl sowie einen erstaunlichen Mut zum Risiko besitzt. So zeigten sich – gegenüber der „Einzelfallhilfe“ – in der Gruppenarbeit einige Vorteile: Unterschiedlichste Fähigkeiten wurden erworben, der Mut zum Engagement, die Durchsetzungsfähigkeit erhöhten sich, das Selbstwertgefühl des Einzelnen stieg.

Die Eltern ...

Erfahrungsgemäß spielt eine große Rolle für das Bewusstsein und das Engagement eines Lehrlings, wie seine Eltern zu seinen beruflichen Problemen stehen. Die Arbeitsgemeinschaft hat wiederholt versucht, mit den Eltern Kontakt aufzunehmen – auch öffentlich argumentierend, zum Beispiel mit dem Flugblatt „Lehrjahre sind keine Herrenjahre ...“
Nach unsren Erfahrungen ist wohl der größte Teil der Eltern unwissend und hilflos. Die Eltern haben außerdem zu oft im eigenen Leben die demütigende Erfahrung gemacht, dass man praktisch nichts ändern kann und die Ungerechtigkeit des Lebens wie ein Schicksal erdulden muss. Sie meinen, die Vergeblichkeit der Bemühungen schon vorher zu kennen. Daher konnten auch nur wenige Eltern gewonnen werden.
So waren die Lehrlinge auf sich selbst und auf die beratenden Lehrer angewiesen.

Die Lehrer ...

Von Gegnern der AG wurde immer wieder behauptet, dass die Lehrer, die in der AG mitarbeiteten, die Lehrlinge „aufhetzen“, um sie für ihre Zwecke zu missbrauchen. Kreise der Wirtschaft scheuten sich nicht, diesen Lehrern letztlich parteipolitische Absichten zu unterstellen, die darin gipfelten, dass man behauptete, im Auftrage Ulbrichts sollte in der Bundesrepublik Unruhe geschaffen werden. Die Lehrer wurden so unter der Hand zu Kommunisten erklärt.
Die AG sah die Aufgabe der Lehrer darin, dass sie die AG beraten. In dieser Arbeitsgemeinschaft der Essener Lehrlinge haben immer einige Lehrer mitgearbeitet. Die Lehrer warben für die Gruppe, erschienen zu den Versammlungen, die nach der Schule bzw. nach Feierabend stattfanden, selbst, um auch dadurch den Mut der Lehrlinge zu stärken. Zuerst sorgten die Lehrer auch für einen Raum, der zentral lag und gut ausgestattet war. Die ersten Treffen fanden im Haus der Evangelischen Kirche statt, dann im Jugendheim der Gewerkschaften und später im Jugendzentrum.
Beide Teile versuchten voneinander zu lernen:
die Lehrer von den Lehrlingen, wie die Verhältnisse in den Betrieben sind und welche Möglichkeiten der Selbsthilfe überhaupt in Frage kommen,
die Lehrlinge von den Lehrern, wie eine Sache konsequent und zielstrebig angepackt werden kann.
Bei allen Kontakten zu Behörden und Institutionen wie Presse, Gewerkschaft, Innungen, Stadtverwaltung, Kommunen usw. ist die Mitarbeit von Erwachsenen unbedingt erforderlich.

Reaktionen in meiner Schule

Zunächst (1968) verlief alles sehr ruhig. Es wurde kaum Kenntnis von den Ereignissen genommen. Unruhig wurde es erst, als eine Klasse sich weigerte, den Schulhof in der 7. und 8. Stunde zu fegen, und lieber Unterricht haben wollte. Die Drahtzieher waren schnell gefunden. Im RU wurde darüber gesprochen. Eine erste Ermahnung der Schulleitung folgte. Als ich an einem Morgen im WDR 2 ein Interview gab, von der Arbeit und den Aktionen der AG berichtete und auch sagte, dass nun Namen der Firmen genannt werden, die besonders schlecht ausbilden, war die Ruhe dahin. Als ich nach dem Interview die Schule betrat, wurde ich längst nicht mehr von allen freundlich begrüßt. Ich fand es toll zu erleben, wie viele morgens WDR 2 hören.
In der Folgezeit ging es rund. Der Schulleiter drohte in mehreren „Gesprächen“. Der Lehrerrat distanzierte sich mit einem Schreiben im Auftrag des Kollegiums vom Treiben der Religionslehrer. Eine ganze Abteilung meldete sich vom Religionsunterricht ab. Der Schulleiter erkannte diese Abmeldungen an, obwohl sie rechtswidrig waren. Eines Morgens erteilte der Schulleiter uns Hausverbot. Er musste dies am nächsten Tag zurücknehmen. Die Schule bat die Kirche um Hilfe. Mein katholischer Kollege Bruno Peters wurde versetzt. Die beiden evangelischen Pfarrer Günneberg und Ritter mussten Essen verlassen. Ich bekam eine Gnadenfrist, da ich noch recht jung war und weil man für den katholischen Priester einen evangelischen Kollegen brauchte.

Hartmut Schmeling, Jahrgang 1941, war bis 2007 (!) als Berufsschulpfarrer am Berufskolleg Mitte der Stadt Essen tätig.

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