TRANSPARENTonline

für die kritische Masse in der Rheinischen Kirche

Nr. 85

Leserbriefe

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
Liebe Redakteure,
Euer vollmundiges Wort an die Leserinnen und Leser, zu denen ich seit vielen Jahren gehöre, hat mich stutzig gemacht.
Wer sind die synodalen Geisterfahrer? Auf welchen Autobahnen sind sie in der falschen Richtung unterwegs? Welchen Karren haben die alten Theologen vor die Wand gefahren?
1. Etwa den Karren des evangelischen Zeugnisses für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung, wovon in Transparent nicht mehr viel zu lesen ist? Ich wünsche mir wieder mehr Berichte darüber im Kontext der globalen Debatte im ÖRK und mit den Konsequenzen für unseren persönlichen und politischen Lebensstil. Hermann Scheer, der einsame Rufer in der SPD-Kohle Connection, schlug heute in WDR 3 vor, die neue Generation der auch in NRW betriebenen bzw. geplanten Dampfkraftwerke zu stoppen, einen Tag nach der Veröffentlichung des 2. Teils des UNO-Klimaberichtes.
2. Etwa den Karren eines globalen fairen Handels und Schuldenerlasses? Warum kommt dieses Thema in Transparent nur am Rande vor? Ich wünsche mir mehr. Nachrichten über die Gruppen, die im ökumenischen Umfeld hier tätig sind und eine Begleitung der Vorbereitung der EKiR-Synode 2008 zum Thema Globalisierung.
Warum beteiligt sich Transparent nicht daran, diese beiden Karren – es lassen sich weitere nennen – aus dem Dreck zu ziehen, in dem sie nach meiner Einschätzung zur Zeit stecken? Meine Unterstützung und die anderer alter Theologen, haben die jungen Redakteure dafür. Rücken wir damit den Reichen und Mächtigen in Wirtschaft und Politik, innerhalb und außerhalb der Kirche auf den Pelz, den diese sich noch nie nass gemacht haben. Ob Euch das wohl bekommt? Ich hoffe es!

Klaus Gockel, Brüggen


Lieber Klaus Gockel,
wenn Transparent von „synodalen Geisterfahrern“ spricht, dann meinen wir diejenigen, die sich in Bad Neuenahr versammeln und vorgeben, Kirche zu leiten.
Meistens wird aber nur ein- und abgenickt, um die Vorgaben der kirchlichen Verwaltung (Sachzwänge, Sparzwänge, …) durchzuwinken.
Alternative (Denk-)Modelle (!) bezüglich der kirchlichen Haushalte, der Umverteilung, der Verbesserung der Einnahmeseite, des langfristigen Sparens durch ökologischen Umbau wurden milde belächelt und mangels Mut von den „Alten“ verhindert. Die „Jungen“ hat man durch personalplanerische Kurzsichtigkeit rausgehalten. (Heute befürchtet man nun eine Überalterung des Bestandes; tja, es gibt zu viele theologische Zwölfender.)
Geisterfahrer, lieber Klaus Gockel, sind nicht deswegen gleich geistbegabt. Sie fahren auf der falschen Seite und gefährden sich und andere. Und die synodalen Beschlüsse der letzten Jahre sind ja nun wahrlich nicht dazu angetan, der rheinischen Kirche eine gute Zukunft zu prognostizieren.
Dein zweiter kritischer Schwerpunkt, Transparent hätte die Frage nach Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung links liegengelassen, hat in der Redaktion lautes Lachen ausgelöst. Du sollest ruhig mal die ständige Rubrik in Transparent dazu lesen. Falls es Dir zuwenig ist, bitte schreibe und schicke Deine Sachen an uns zwecks Veröffentlichung.
Wir warten!

Red.


Sehr geehrter Herr Horstmann,
vielen Dank für den Abdruck des Aufrufs mit Erläuterungen „… an die Kirchen aller Konfessionen in unserem Land für einen offiziellen kirchlichen Gedenktag, Erinnerung und Umkehr am 9. November” in Transparent Nr. 84. Nicht in unserem Sinne ist es freilich, unseren Aufruf unter dem Motto „Abschied vom Juden- und Israelsonntag” zu veröffentlichen. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Unser Aufruf steht nur für sich und sein Anliegen. Wenn wir in den Erläuterungen beklagen, der Israelsonntag würde nur ungenügend wahrgenommen, so ist dies kein Plädoyer für seine Abschaffung, sondern für seine Stärkung und stärkere Wahrnehmung. Bitte teilen Sie dies Ihrer werten Leserschaft mit.
Mit freundlichen Grüßen

Dr. Michael Volkmann
Arbeitskreis „Begegnung mit der jüdischen Gemeinde Petrosawodsk“, Tübingen

Wir bedanken uns bei Dr. Michael Volkmann, dass er die Diskussion über den „Israelsonntag“ in Transparent eröffnet. Das ist die Intention bei der Veröffentlichung des Beitrags von Dr. Markus Braun. Wir hoffen, dass sich noch mehr Menschen daran beteiligen und wir dann dieses Thema in Transparent erneut aufgreifen!
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

kurz & bündig

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Kirchen anerkennen Taufe gegenseitig

RNA/kipa Die beiden großen Kirchen in Deutschland erkennen erstmals formell wechselseitig ihre Taufen an.
Kardinal Karl Lehmann und Bischof Wolfgang Huber unterzeichnen zusammen mit Vertretern von elf weiteren Kirchen am 29. April im Magdeburger Dom eine Erklärung zur gegenseitigen Anerkennung der Taufe, wie die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) am Donnerstag ankündigten. Die Kirchen gehören der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) an.
Bislang gab es bei der Anerkennung der Taufen nur Einzelvereinbarungen zwischen evangelischen Landeskirchen und katholischen Bistümern. Die Initiative zu der Gemeinschaftserklärung ging von dem für die Ökumene zuständigen Kurienkardinal Walter Kasper aus. Eine 2003 eingerichtete Kommission arbeitete den Text aus.
Darin heißt es: „Trotz Unterschieden im Verständnis von Kirche besteht zwischen uns ein Grundeinverständnis über die Taufe. Deshalb erkennen wir jede nach dem Auftrag Jesu im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes mit der Zeichenhaltung des Untertauchens im Wasser beziehungsweise des Übergießens mit Wasser vollzogene Taufe an und freuen uns über jeden Menschen, der getauft wird. Diese wechselseitige Anerkennung der Taufe ist Ausdruck des in Jesus Christus gründenden Bandes der Einheit (Epheser 4,4-6). Die so vollzogene Taufe ist einmalig und unwiederholbar.“
Zu den Mitunterzeichnern gehören die Äthiopisch-Orthodoxe Kirche, die Arbeitsgemeinschaft Anglikanisch-Episkopaler Gemeinden in Deutschland, die Armenisch-Apostolische Orthodoxe Kirche in Deutschland, die evangelisch-altreformierte Kirche in Niedersachsen, die Evangelische Brüder-Unität, die Herrnhuter Brüdergemeinde, die Evangelisch-methodistische Kirche, das Katholische Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland, die Orthodoxe Kirche in Deutschland und die Selbstständige Evangelisch-Lutherische Kirche.

ÖRK-Generalsekretär besucht Palästina und Israel

RNA/comm Der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), Samuel Kobia, wird vom 21. bis 26. Juni Mitgliedskirchen und christliche Gemeinden in den besetzten palästinensischen Gebieten und in Israel besuchen.
Der Besuch des ÖRK-Generalsekretärs im Heiligen Land findet direkt nach der Eröffnung des vom ÖRK unterstützten Ökumenischen Palästina/Israel-Forums in Amman (Jordanien) statt.
„Die Mitgliedskirchen des ÖRK glauben, dass christliche Gemeinschaften im Heiligen Land ein historischer und wesentlicher Bestandteil der Region sind und dass ihre Zukunft und ihr Wohl mit der Zukunft und dem Wohl von Muslimen und Juden verbunden ist“, sagt Kobia.
Kobia wird mit den Oberhäuptern der Kirchen in Jerusalem zusammen treffen, in der dortigen St. Georgskathedrale predigen und einige biblische Stätten in der Nähe von Jerusalem und in Galiläa besuchen. Treffen mit den wichtigsten Rabbinaten Israels, dem Höheren Islamischen Rat und dem Mufti von Jerusalem und Palästina sind geplant, ebenso hochrangige Begegnungen sowohl mit der israelischen Regierung als auch mit der palästinensischen Behörde.
Unter anderem will Samuel Kobia Yad Vashem besuchen, an einem Gottesdienst in der Synagoge und an einer Sabbat-Mahlzeit teilnehmen, und ebenso die al-Aqsa-Moschee in Jerusalem besuchen. Außerdem sucht er direkte Kontakte zu Palästinensern und zu Freiwilligen, die im Ökumenischen Begleitprogramm in Palästina und Israel (EAPPI) arbeiten.
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

EKD: Börse jubelt über Sanierungsplan

Bewertung: 2 / 5

Stern aktivStern aktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

EKD: Börse jubelt über Sanierungsplan

Wittenberg (Reuters) - Die in die Krise geratene börsennotierte Evangelische Kirche in Deutschland AG (EKD AG) hat auf ihrer Hauptversammlung erstmals einen Sanierungsplan vorgelegt. Danach soll die Zahl der traditionellen Gemeinden outgesourct werden. „Wir wollen uns aufs Kerngeschäft konzentrieren“, sagte der Vorstandsvorsitzende Bruder Huber in Wittenberg. Die Zahl der Geistlichen soll von 21.000 auf 16.500 gesenkt werden. Der Stellenabbau sei wegen der notwendigen Restrukturierung des Konzerns unumgänglich, so Bruder Huber. Die EKD-Aktie legte zeitweilig um 4,8 Prozent auf 26,40 Euro zu und landete zum Börsenschluss wegen Gewinnmitnahmen bei 25,20 Euro. Die Gewerkschaft IG Kirche warf dem Konzernvorstand „neoliberalen Raubtierkapitalismus“ vor.

Aus taz vom 27./28.01.07

Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Ausgesät … und aufgegangen!

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Lena Neupert

Ausgesät … und aufgegangen!

Junge Ökumeniker und Ökumenikerinnen trafen sich zur zweiten bundesweiten Tagung von MEET.

Zwanzig junge Menschen kamen vom 17. bis 20.05.2007 im geistlichen Zentrum Schwanberg/Würzburg zusammen, um sich über ihre ökumenischen Erfahrungen auszutauschen und Wege in eine ökumenische Zukunft zu suchen.

Dabei nahm MEET Formen an: Ein Identitätspapier wurde erarbeitet und in das Koordinationsteam wurden Lioba Diez, Christina Biere, Rona Röthig und Charlotte Eisenberg gewählt.

Nach der 9. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) in Porto Alegre hatten Lioba Diez und Christina Biere angeregt, sich mit anderen jungen Ökumenikern und Ökumenikerinnen in Deutschland zu treffen, um die Kommunikation zwischen bestehenden Gruppen und engagierten Einzelpersonen zu verbessern und gemeinsam artikulations- und handlungsfähig zu werden. Der Aufruf erhielt positive Resonanz und das erste Treffen fand im Sommer 2006 in der Ev. Akademie Hofgeismar statt. Die Gruppe gab sich dort den Namen „MEET“: More Ecumenical Empowerment Together. Man wollte sich einmal jährlich zu einer Tagung und in der Zwischenzeit in Regionalgruppen treffen und über das Internet (www.meet-junge-oekumene.de) vernetzen.

Nun traf sich MEET zur zweiten bundesweiten Tagung. Als Impulsgeber waren Referierende eingeladen: Dr. Daniel Munteanu, Ökumenebeauftragter der Rumänisch-Orthodoxen Metropolie Nürnberg, sprach zur orthodoxen Vision von Ökumene für eine plurale Gesellschaft. Er zeigte dabei auf, wie die christliche Lehre von der Dreieinigkeit Gottes – das Verschiedensein des Vaters, des Sohnes und des Geistes in der Einheit und das jeweilige Sich-Zurückziehen der Personen und das Hervortreten-Lassen der anderen – uns in der Ökumene ganz konkret Vorbild sein kann.

Prof. Dr. Franz Segbers, außerordentlicher Professor für Sozialethik an der Universität Marburg, referierte zum Thema „Gerechte Globalisierung durch einen widerständigen Sozialstaat“. Segbers wies darauf hin, dass lokale soziale Auseinandersetzungen (z.B. um Studiengebühren oder Hartz IV) ihre Bedeutung im Ringen um eine Regulierung der Profitlogik haben. Damit regte er zur Diskussion über einen für MEET wichtigen Aspekt der ökumenischen Bewegung – das politische Engagement – an.

Daniela Kästle vom Institut für ökumenische Forschung der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen referierte über „Ökumene des Lebens – ein neues Paradigma?“. Sie analysierte einen von Kardinal Kasper auf dem Katholikentag in Ulm 2004 gehaltenen Vortrag zum Thema „Ökumene des Lebens. Theologische Grundlegung“. Kästle zeigte, wie Kaspers Äußerung zur ökumenischen Situation als Flucht vor konkreten Änderungsvorschlägen und Ablenkungsmanöver von strittigen Fragen kritisiert wurde und wird, wie man den Vortrag aber auch – neben berechtigter Kritik – als einen wegweisenden Perspektivenwechsel verstehen kann.

Coris Tattertshofer sowie Gottlob und Susanne Hess berichteten vom Leben im ökumenischen Lebenszentrum Ottmaring, einem Zentrum, in dem Menschen zusammen leben, die sehr ähnliche Frömmigkeitsstile haben, obwohl sie unterschiedlichen Konfessionen angehören.

Die Teilnehmenden kamen mit unterschiedlichen Motivationen zur Tagung: Andrea Weiss hatte in Taizé Ökumene erlebt und interessierte sich für Möglichkeiten, diese prägende Erfahrung weiter zu verfolgen. Christina Biere, Delegierte im Zentralausschuss des ÖRK, wünscht sich eine enge Zusammenarbeit mit den neu entstehenden Jugendstrukturen im ÖRK. Für Rona Röthig spielt das Fortsetzen des konziliaren Prozesses auch durch die jüngere Generation eine zentrale Rolle.

Dass diese verschiedenen Aspekte von Ökumene alle in MEET zur Geltung kommen sollen, sagt auch das Papier zu Identität und Arbeitsformen von MEET aus, welches auf der Tagung entworfen und beschlossen wurde. Danach versteht sich MEET als „ein deutschlandweites Netzwerk junger Menschen, die ihren Glauben ökumenisch leben wollen“. Es ist offen für Menschen aus allen christlichen Traditionen und will besonders jungen Menschen Informationen aus der Ökumene zugänglich machen. MEET versteht sich auch als „Forum zur kritischen Begleitung kirchlichen Lebens aus ökumenischer Perspektive“. Die „Auseinandersetzung über die Einheit der Kirche“ und das Engagement für „Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ werden im Identitätspapier besonders hervorgehoben.

Auf dem Schwanberg nahmen die gemeinsam gefeierten Andachten eine wichtige Rolle ein, denn das Netzwerk sieht im Glauben, auch wenn er in verschiedenen Traditionen gewachsen ist, die verbindende und tragende Kraft für seine Arbeit. Einig sind sich die Teilnehmenden auch, dass Ökumene nicht einfach ein Zusatz zum Christsein und zum Kirchesein ist, sondern wesentlich dazugehört.

MEET sucht den Kontakt zu allen christlichen Jugendstrukturen in Deutschland und möchte die Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) sowie mit Institutionen der internationalen Ökumene ausbauen.

Im Anschluss an die vom ÖRK ausgerufenen „Dekade zur Überwindung von Gewalt“ möchte MEET im nächsten Jahr schwerpunktmäßig zum Thema „Gerechter Friede“ und an der für 2011 geplanten Internationalen ökumenischen Friedenskonvokation (IöF) arbeiten und hat zu diesem Zweck eine Arbeitsgruppe eingesetzt.

Auf dem 31. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Köln war MEET in der Europahalle mit einem Stand zur ökumenischen „Respekt-Kampagne” zu finden.

MEET – Identität und Arbeitsformen

1. Identität

MEET (More Ecumenical Empowerment Together) ist ein deutschlandweites Netzwerk junger Menschen, die ihren Glauben ökumenisch leben wollen. MEET ist offen für interessierte Gruppen und Einzelpersonen aus allen christlichen Traditionen und für Menschen, die im In- und Ausland ökumenische Erfahrungen gesammelt haben. Als Netzwerk will MEET jungen Menschen Informationen aus der Ökumene zugänglich machen und sie zur Partizipation befähigen.

MEET ist ein Treffpunkt für Begegnung und Austausch von Gruppen und Einzelpersonen. Als Treffpunkt will MEET gegenseitiges Lernen fördern und die Einzelnen durch die Gemeinschaft stärken.

MEET ist ein Forum zur kritischen Begleitung kirchlichen Lebens aus ökumenischer Perspektive. Als Forum fördert MEET die Auseinandersetzung über die Einheit der Kirche und setzt sich ein für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.

Tragende Kraft von MEET ist der gemeinsam in Gebeten, Andachten und – soweit möglich – Gottesdiensten gefeierte Glaube, der Menschen mit unterschiedlicher spiritueller Herkunft verbindet.

2. Arbeitsformen

MEET lädt zu Jahrestagungen ein, die dem Austausch, der Beschäftigung mit Schwerpunktthemen, der geistlichen Stärkung und vor allem als Kooperationsplattform dienen. Alle Teilnehmenden der Jahrestagungen sind zur Gestaltung des gemeinsamen Handelns eingeladen und entscheiden über Schwerpunkte und die weitere Ausrichtung von MEET.

Auf den Jahrestagungen werden je zwei Mitglieder für zwei Jahre in ein vierköpfiges Koordinationsteam gewählt. Das Koordinationsteam ist zuständig für die Vorbereitung der Jahrestagungen, Entscheidungen über Kooperationstagungen und die Verwaltung der Finanzen. Darüber hinaus trägt es die Verantwortung für die Homepage sowie für die Außenkontakte. Einzelnen oder Gruppen können auf den Jahrestagungen besondere Beauftragungen anvertraut werden.

Tagungen mit anderen ökumenischen Trägern, sowie Treffen in Regionalgruppen werden unterstützt und gefördert.

Zwischen den Jahrestagungen dienen die Homepage http://www.meet-junge-oekumene.de und Newsgroups der Vernetzung und Kontaktpflege.

Über die Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! kann ein Erstkontakt zu MEET aufgenommen werden. Die Homepage bietet darüber hinaus die Möglichkeit, mit Einzelnen, die dort ihr Profil hinterlegen, direkt in Kontakt zu treten.

Beteiligte an MEET (z.B. Regionalgruppen) können als solche öffentlich agieren, wenn sie deutlich machen, dass sie nicht für das gesamte Netzwerk sprechen.

MEET ist ein eigenständiges Netzwerk und arbeitet an einer strukturellen Verortung im Verhältnis zu anderen nationalen und internationalen ökumenischen Gruppen und Organisationen.

Beschlossen auf dem Schwanberg, 20. Mai 2007.

Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Politik für eine gerechte, zukunftsfähige Gesellschaft

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Margret Schoenborn

Politik für eine gerechte, zukunftsfähige Gesellschaft.

Grundsätze und Konkretionen aus christlicher Sicht

Eine aktuelle Verlautbarung der Evangelischen Akademikerschaft (EAiD)


1997 erschien das „Wort des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland“ mit der Intention, Perspektiven „für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit“ zu öffnen. Seine Aussagen, so urteilte einige Jahre später der damalige Ratsvorsitzende der EKD, Präses Manfred Kock, sind ein „Stachel geblieben“.

Heute, nach zehn Jahren, wird die dortige Zustandsbeschreibung unserer Gesellschaft noch immer durch die Wirklichkeit bestätigt, wenn nicht sogar in ihrer Tendenz übertroffen.

Nun wäre es einfach, mit der Veranlagung des Menschen zur Sündhaftigkeit zu argumentieren und sich resignierend auf einem niederen Niveau guten Willens mit hier und da erkennbaren Ansätzen solidarischer, gerechter Lebensvollzüge zufrieden zu geben. Allein, dem stehen mächtigere Impulse unseres christlichen Glaubens entgegen.

Christen leben aus einem Schatz geschichtlicher Erinnerungen, der sie in besonderer Weise mit den Anforderungen der Gegenwart konfrontiert. Dieser Schatz gibt ihnen ein Bewusstsein dafür, dass sie als Teil der weltweiten „Oikumene“, der ganzen Schöpfung Gottes, eine Verantwortung und zugleich große Möglichkeiten haben, menschenfreundliche Formen des Lebens und Wirtschaftens zu gestalten. Was immer sie tun und lassen, ist daran zu messen, ob es ein Leben „in Fülle“ für alle fördert und dabei Gottes Schöpfung bewahrt.

Vor diesem Hintergrund hat der Arbeitskreis Gerechtigkeit der EAiD Konkretionen einer Politik für eine gerechte, zukunftsfähige Gesellschaft formuliert.

Folgende Themen werden in diesem Papier behandelt:
  • Sozialstaatliche Marktwirtschaft
  • Bildung und Schule
  • Familien und Kinder
  • Integration in Deutschland
  • Einheit Deutschlands
  • Einheit Europas
  • Entwicklungszusammenarbeit
  • Energie.


Unter anderem wird das Konzept einer sozialstaatlichen Marktwirtschaft vorgestellt. Ein garantiertes Minimum materieller Anrechte und Sicherheit, die grundlegenden Voraussetzungen für Freiheit und Gerechtigkeit, müssen sich mit der institutionalisierten Vorsorge gegen die großen Lebensrisiken verbinden.

Hier setzt das Konzept Bürgergeld an. Das Bürgergeld ist keine „Armenfürsorge“. Mit dieser Art der Unterstützung soll der Anreiz verbunden sein, das Einkommen durch eigene Arbeit zu erhöhen. Andererseits wird verhindert, dass die Unterstützten, falls sie gar keine Arbeit finden, in Existenznot geraten. In radikaler gedachter Form wird es vom Gemeinwesen an alle seine Mitglieder an Stelle verschiedener Sozialbeihilfen gezahlt ohne Bedürftigkeitsprüfung und ohne Gegenleistung, wobei erwartet werden sollte, dass die „Überversorgten“ der Gesellschaft aus Solidarität auf ihr Bürgergeld verzichten!

Als ein wesentlicher Komplex für neues politisches Denken und Handeln wird die zukünftige Entwicklungszusammenarbeit der Industrieländer mit den armen und ärmsten Ländern vor allem Afrikas herausgestellt. Die klassische Entwicklungspolitik im Sinne von „Weltsozialhilfe“ wird heute als weitgehend gescheitert angesehen. Armutsbeseitigung in diesen Ländern wird auf Dauer zunehmend durch Wirtschaftstätigkeit gelingen. Das ist nur mit Direktinvestitionen zu bewältigen und hat zur Voraussetzung, dass mit den armen Ländern „fair terms of trade“ vereinbart werden, damit sie ihre eigene Wirtschaft entwickeln können.

Die Evangelische Akademikerschaft hat diesen Überlegungen des Arbeitskreises Gerechtigkeit durch Beschluss ihrer Delegiertenversammlung am 14. April 2007 zugestimmt. Sie tritt damit bei den eigenen Mitgliedern und in der Öffentlichkeit nachdrücklich für eine Politik der Nachhaltigkeit ein. Für Christen kann diese Politik nicht mehr verhandelbar sein.

Daraus folgen notwendige Einstellungsänderungen. Zwei Grundhaltungen werden wir uns aneignen müssen:

Wir werden die Folgen unserer Lebensweise vorausschauend bedenken und die politischen Entscheidungen daran ausrichten müssen.
Wir werden uns die Perspektive der Verlierer zu eigen machen müssen, damit wir gerechte Verhältnisse für alle erreichen.
Das ist der heute notwendige Common Sense, für Christen eine Weltgestalt ihres Glaubens.

Die Verlautbarung der Evangelischen Akademikerschaft ist im Internet aufzurufen unter: www.evangelische-akademiker.de

Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Empfehlung

Benutzer-Anmeldung