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Das mbA-Auswahlverfahren hat sich bewährt!

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Vorsicht: Satire

Das mbA-Auswahlverfahren hat sich bewährt!

Nur die Besten werden noch Pfarrerin oder Pfarrer im Rheinland
Und das ist gut so.
Wichtig sind dabei nicht nur die im ersten und im zweiten Examen erreichten Zensuren, sondern auch die schriftliche und mündliche Präsentation der Bewerberinnen und Bewerber. Wie bewähren sie sich im täglichen Alltagsgeschäft? Wie belastbar sind sie? Wie gehen sie mit Konflikten um?

Schon viel zu lange wurde jede oder jeder mit kirchlichem Examen eingestellt. Mit anderen Worten: Dank guter Fortbildung in den ersten Amtsjahren (FeA), dank gutem Studium ist der über den gegenwärtigen Bedarf hinaus ausgebildete Nachwuchs bestens qualifiziert.

Bei einer erreichbaren Punktzahl von 60 Punkten und einer Mindestpunktzahl von 40 Punkten lag die Grenze im ersten Auswahlverfahren bei etwa 48 Punkten.
TheologInnen mit einem Dreier- oder Viererexamen brauchten sich erst gar nicht zu bewerben. Selbst mit einem Zweierexamen konnte man mit einer Punktzahl von 45 im Bewerbungsverfahren scheitern.
Aber wie sieht es aus, wenn sich Personen auf kirchenleitende Positionen bewerben müssen? Im Grunde reicht eine Bewerbung an die Landessynode, man stellt sich vor, man wird gewählt.
Im Ergebnis hat man heute über 120 Pastorinnen und Pastoren im Wartestand, also jedes Jahr Ausgaben in der Größenordnung von 5 Millionen Euro neben regulären Pfarrstellen. Diese Ausgaben fielen erst auf, als sie nach der sich abzeichnenden Schieflage der Pensionskasse in den regulären Haushalt der Landeskirche eingestellt wurden.
Man stelle sich einmal vor, das zu Recht knallharte Bewerbungsverfahren für mbA-lerinnen und mbA-ler wäre schon vor 15 Jahren eingeführt worden. Wäre es denkbar, dass solche Pannen Menschen passiert wären, die ein solchermaßen auf den angestrebten Posten zugeschnittenes Auswahlverfahren durchlaufen hätten?
Wohl kaum!
Also: Für entsprechende Posten in der Kirchenleitung hat nicht nur eine umfangreiche Bewerbungsmappe einschließlich erstem und zweitem Examen vorgelegt zu werden, sondern es hat eine Präsentation vor dem Auswahlausschuss statt zu finden, bei dem nicht nur die Mindestpunktzahl von 40 Punkten erreicht werden muss, sondern bei dem jeweils nur die beiden Besten der Synode präsentiert werden dürfen.
Es ist ein offenes Geheimnis, dass im gegenwärtigen Verfahren nur Theologen mit einem Einser- oder Zweier-Examen eine Chance haben. Theologinnen und Theologen mit einem Dreier- oder Viererexamen haben keine Chance. Den Mitgliedern in den Auswahlausschüssen ist sehr wohl bewusst, dass sie jetzt junge Theologinnen und Theologen einstellen, gegenüber denen sie keinerlei Chance hätten, müssten sie sich selber diesem Verfahren stellen.
Konnte es deswegen geschehen, dass sich das Rheinland den Luxus erlaubte, teure Pastorinnen und Pastoren im Sonderdienst einzustellen, bei denen aufgrund der Altersstruktur der gegenwärtigen Pfarrerschaft schon vor fünf oder teilweise schon vor zehn Jahren absehbar war, dass mit diesen Menschen die erst ab dem Jahr 2020 zu erwartende Pfarrerlücke nicht zu schließen sein wird? Konnte sich das Rheinland deswegen den Luxus erlauben, Menschen im Wartestand zu belassen, statt sie möglichst schnell mit einer geeignete Pfarrstelle zu versorgen?
Und ist es nicht ein Skandal, dass (und jetzt gibt es zwei Möglichkeiten!) entweder über mehrere Jahre etwa 40 Menschen auf Altenheime, Krankenhäuser oder sonstige Dienste in Beschäftigungsaufträgen losgelassen wurden, obwohl nun festgestellt werden musste, dass sie für diesen Dienst in keiner Weise geeignet sind? Was für einen Schaden haben sie da bisher angerichtet?!
Oder haben sie dort etwa keinen Schaden angerichtet? Haben sie dort ihren Dienst treu und geordnet verrichtet? Dann ist es ein Skandal, dass ihnen nun Knall auf Fall erklärt wird, ihnen ermangele es an der nötigen Eignung!
Mal ganz ehrlich: Wären solche Entscheidungen vorstellbar, wenn in der Kirchenleitung nur die Besten die jeweiligen Plätze inne hätten? Wenn es ein verpflichtendes zentrales Auswahlverfahren gegeben hätte, dem sich jene Pfarrerinnen und Pfarrer und auch die weiteren Personen hätten stellen müssen?
Wer war eigentlich für die Millionen-schweren Fehlentscheidungen im LKA zuständig, wer hat den Abteilungen zugearbeitet, welche Posten bekleiden die damals Verantwortlichen heute?
Angesichts dieser Zusammenhänge kann man schon jetzt sagen: Das mbA-Verfahren hat sich bewährt. Es sollte auf alle zukünftigen Personalentscheidungen der Evangelischen Kirche im Rheinland ausgeweitet werden. ☐

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