TRANSPARENTonline

für die kritische Masse in der Rheinischen Kirche

Alternative Fahrtkostenerstattung

Bewertung: 1 / 5

Stern aktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Wolfgang Wewer

Alternative Fahrtkostenerstattung

Die meisten Firmen, Kirchen und Institutionen legen bei der Fahrtkostenerstattung das Bundes- bzw. Landesreisekostengesetz zugrunde, obwohl das eigentlich nur für Beamte gilt. Danach erhalten AutofahrerInnen, die ihren privaten PKW für die zu erstattende Fahrt genutzt haben, ohne weiteren Nachweis eine Wegstreckenentschädigung von 0,20 € oder 0,30 € unabhängig von der Größe des Autos, wer öffentliche Verkehrsmittel benutzt, bekommt seine Auslagen ersetzt, wenn er seine Fahrkarten vorlegt.

Geht man davon aus, dass der oder die Autofahrende sein Auto ohnehin hat, für die zu erstattende Fahrt also nur die Betriebskosten, nicht aber die fixen Kosten anfallen, ist das für ihn recht viel, bei kleinen und mittelgroßen Autos deutlich mehr als die Betriebskosten.

Wer privat normalerweise Bus und Bahn benutzt, hat in der Regel eine Monatskarte für seinen Verkehrsverbund und mindestens eine BahnCard 50 und wird diese auch für die zu erstattende Fahrt nutzen. Er oder sie erhält bei kurzen Fahrten gar nichts, bei weiteren Fahrten den auf 50% ermäßigten Bahnpreis, das sind etwa 0,06-0,10 €. Hat er oder sie, da privat viel unterwegs, eine BahnCard 100, wird überhaupt nichts erstattet. Anteilige Erstattung von Monatskarten oder BahnCards ist in den Gesetzen ausdrücklich nicht gestattet.
Will man erreichen, dass mehr Menschen gelegentlich, meistens oder immer öffentliche Verkehrsmittel nutzen, was vor allem für weniger Tote und Verletzte, aber auch für weniger Energieverbrauch und weniger Umweltbelastung sorgen würde, so würde sich folgende Regelung anbieten:
Die Fahrtkosten werden unabhängig vom benutzten Verkehrmittel für die Bahnfahrt 2. Klasse mit BahnCard 50 erstattet. Sie können entweder mit den entsprechenden Bahn- oder Bustickets oder einer (im Internet leicht abrufbaren) Fahrpreisauskunft der DB Reiseinformationen für den entsprechenden Termin belegt werden. Abweichende Regelungen werden in jedem Einzelfall besonders beschlossen.
So wird bereits bei der Solidarischen Kirche im Rheinland und bei PRO BAHN NRW verfahren. Die Finanzämter akzeptieren üblicherweise die Fahrpreisauskunft der DB mit BahnCard 50 2. Klasse als Beleg. Diese Regelung hat nicht nur zur Folge, dass auch NutzerInnen öffentlicher Verkehrsmittel endlich etwas erhalten, und zwar genauso viel wie die AutofahrerInnen, sondern auch, dass sich die Ausgaben für Fahrtkosten bei den meisten Institutionen erheblich verringern, meist auf weniger als die Hälfte. Mehr sollte in Zeiten knapper Kassen dafür auch nicht ausgegeben werden. ☐

Empfehlung

Benutzer-Anmeldung