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Neues Kirchliches Finanzunwesen

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Robin Church

Neues Kirchliches Finanzunwesen

Der Beschluss Nr. 18 der Landessynode vom Januar diesen Jahres hat Gestalt bekommen.
Im Jahr 2013 soll die gesamte rheinische Landeskirche kaufmännisch buchen, lautet der Beschluss der Synodalen. Der Weg bis dahin wird gestaltet von der Lenkungsgruppe NKF, dem Projektteam NKF sowie vielen Mitarbeitenden im Land, die ihre Praxiserfahrungen und ihre Zeit für eine erfolgreiche Umsetzung einsetzen.

Was dem Staat recht ist, kann der Kirche nur billig sein. Wie die Länder Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland stellt auch die rheinische Kirche auf die kaufmännische Buchführung um: z.Z. erarbeiten mehrere Arbeitsgruppen unter Leitung der Lenkungsgruppe, an den Inhalten als auch an der Umsetzung des Neuen Kirchlichen Finanzwesens.

Um aus diesen Schlagworten ein für die Gemeinden handhabbares Finanzwesen zu gestalten, wurden mehrere Arbeitsgruppen gebildet. Sie befassen sich mit den Themen Bewertungen/Abschreibungen, Haushaltsbuch, Haushaltssystematik/Kontenrahmen, Umsetzung in geltendes Recht sowie dem Erstellen von Konzeptionen, um alle relevanten Zielgruppen adäquat zu informieren bzw. zu schulen.
Diese Website wird über die aktuellen Entwicklungen des kirchlichen Projektes informieren und die Gelegenheit bieten, Fragen zu stellen oder Kritikpunkte anzubringen.
Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gerne Rede & Antwort:
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Das Neue Kirchliche Finanzwesen NKF ist doch nur der hilflose Versuch, dem nackten Kaiser neue Kleider anzudichten (um ihm dann in die Tasche zu fassen). Da werden Beratungshonorare, Soft- und Hardwareanschaffungen, Schulungskosten etc. fällig. Und man wird – wie immer bei Kirchens – das überteuerte und unzulängliche Angebot annehmen.
Da spinnen einige – und hoffen, dass es die Königin schon richten wird. Der gelang es aus Stroh Gold zu machen. Hier wird man aus Gold Stroh machen. Als ob durch Umstellungen beim Buchungsverfahren plötzlich mehr Geld in den Kassen wäre! Kirche und Diakonie sind Dienstleistungsunternehmen, die hauptsächlich von steuerlichen Einnahmen und verhandelten Erstattungen seitens der Sozialversicherungsträger leben. Die Spenden und Kollekten decken ja nicht mal den Boden der Sammelbüchse.
Und nun soll kaufmännisch gebucht werden. Das führt einzig und allein dazu, dass es mangels Masse zu Einsparungen beim Personal und beim Raumangebot kommt. Wetten!?
Kirche und Gemeinde wird total ökonomisiert! Hausbesuche nur noch bei Gutbetuchten, da kommt mehr rein. Bestattungskultur nur noch bei Sonderzuwendern – der Rest wird verstreut und einmal im Jahr an Totensonntag erwähnt. Krankenseelsorge per Internet-chat – spart Fahrkosten und schont die Umwelt.
Weg von der geforderten Geh-Struktur – hin – oder gar zurück – zur Komm-Struktur (Komm = Kommerziell). Die DienerInnen am Wort müssen für jährliche Einkommenssteigerungen ihrer Anstellungskörperschaft sorgen. Vielleicht treten sie ja schon am Samstagabend als Alleinunterhalter im örtlichen Kulturklub im Rahmen einer Benefizveranstaltung für ihre Gemeinde auf. Wenn das gut läuft, kann man‘s ja Sonntags noch mal abspielen.
Ansonsten nimmt‘s sicher ein PayTV-Sender als Pausenfüller und Lachnummer im Dschungel-Camp.

Wer hat denn jahrelang gepennt und abgewiegelt und auf die lange Bank des Sankt-Nimmerlein-Tages geschoben, als es um die Frage einer Veränderung des Kirchensteuersystems ging? Ja, genau! Die, die heute behaupten mit der Doppik den Stein der Weisen gefunden zu haben. Über Jahrhunderte konnte man kameral buchen, wusste ziemlich genau, was in der Kasse war. Und die Haushaltsposten waren gegeneinander deckungsfähig.
Wer Kredite aufnehmen oder Immobilien neu bewerten wollte, dem wurde von oben eins übergebraten.
Heute verspricht man ihm „sanfte Migrationsoptionen“. Tja, mein Liebermann, manchmal kann man gar nicht so viel fressen, wie man kotzen möchte.
Wer die Hochglanzbroschüren und Tagungsflyer zum NKF liest, wünscht sich umgehend ein biblisches Strafgericht. Denn hier wird wieder der Tempel zum Kaufhaus gemacht.
Zitat gefällig? Bitte: „Zugleich muss ein leistungsfähiges Controlling als Führungs- und Steuerungsinstrument dafür Sorge tragen, dass finanzielle Fehlentwicklungen frühzeitig erkannt werden können, um geeignete Gegenmaßnahmen einleiten zu können.“ Das ist nicht auf die aktuellen Weltwirtschafts- und Bankenkrisen gemünzt, sondern „diese(r) Funktionalität gewinnt insbesondere vor dem Hintergrund der zumeist als „Solidargemeinschaft“ funk­tionierenden Kirchenstrukturen an Bedeutung. Das zukünftige Finanzwesen sollte daher möglichst jeden Teil der Solidargemeinschaft in die Lage versetzen, frühzeitig auf finanzielle Schieflagen anderer Solidarmitglieder reagieren und eingreifen zu können.“
Heißt: wie haben unseren Kindergarten geschlossen, ihr macht das auch so – oder wir lassen euch hängen.

Und das Ende vom Lied?

NKF Rheinland :: Neues kirchliches Finanzwesen
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