TRANSPARENTonline

für die kritische Masse in der Rheinischen Kirche

Nr. 94

editorial

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In Zeiten des schwarz-gelben Sozialabbaus und der globalen Kapitalismuskrise sollten die Kirchen und die in ihnen engagiert Tätigen mit wachem Verstand das Tun und Treiben vor und hinter den Türen der Mächtigen aufmerksam verfolgen.

Derzeit unbeachtet scheint „Bolkestein“ zu sein. Ein Kürzel für die europaweiten ‚Standards‘ im Dienstleistungsgewerbe (zu dem u.a. auch die Kirchen, Caritas und Diakonie gehören), die bis Ende 2009 durch nationale Gesetzgebungsverfahren umgesetzt sein müssen.

Dann gilt das „Herkunftslandprinzip“ für die Ausgestaltung von Arbeits- und Tarifverträgen – und das bedeutet weniger Rechte für ArbeitnehmerInnen. Anbieter müssen ihre Eignung und Qualifikation und die Nationalität ihrer Beschäftigten nicht im Zielland nachweisen; billige Arbeitskraft von jenseits der EU, keine Nachweispflicht von Arbeitsverträgen „vor Ort“: das ist die Liberalisierung des Arbeitsmarktes und die Privatisierung des Sozial- und Gesundheitssektors.

Dass die Privatisierung von Renten- und Krankenversicherung den bürokratischen Dschungel und die Entwürdigung der Betroffenen steigert, schert nur wenige. Kirchen sollten sich auf die christlichen Werte besinnen und gegen die herrschende Umverteilungspolitik von oben nach unten als „Option für die Armen“ aufbegehren.

Und dass die Lobbyisten der Mächtigen und der Konzerne ihre Leute auch bei Kirchens schon „in Stellung“ gebracht haben, muss erschrecken. Also: Wann folgen wir dem Beispiel des Herrn und jagen die feigen Marktwirtschaftler* und liberalen Finanzjongleure aus dem Tempel?

Zeit wär‘s!

Die Redaktion


(*) Marktwirtschaft: Gewinne privatisieren – Verluste sozialisieren

Zum aktuellen Heft (Nr. 94 / Oktober 2009)

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Pfusch am Bau

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Hans-Peter Lauer

Pfusch am Bau

Der Rat der EKD zur Wirtschaftskrise

„Wie ein Riss in einer hohen Mauer“

Der Titel des im Juni erschienen Wortes des EKD-Rates zur Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise greift ein Bild Jesajas auf. Ein Riss, der durch eine Mauer immer weiter fortschreitend geht, bis sie einstürzt. Gemeint ist bei Jesaja, dass eigenmächtige Politik anstelle des Vertrauens auf Gottes Wort in die Katastrophe führt. Stand vor 20 Jahren Öffnung und Fall der Berliner Mauer noch für den Zusammenbruch des sozialistischen Systems und den „wind of change“, wird jetzt die einsturzgefährdete Mauer zur Metapher für die Krise des kapitalistischen Weltgebäudes und ausbleibender Umkehr.

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Balda hängt am Segen der Kirche

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Auf folgenden Sachverhalt und Artikel hat uns ein Leser von transparentonline.de aufmerksam gemacht. Ein Artikel mit weitergehenden Informationen zum Thema war für diese Ausgabe geplant, folgt jetzt aber voraussichtlich erst in der Dezember-Ausgabe von Transparent.

Hier der Eintrag aus dem Gästebuch von transparentonline.de:

Man hat sich ja daran gewöhnt, dass über das Finanzgebaren unserer Kirche eher hinter verschlossenen Türen gesprochen wird und nur ab und an Hiobs-Botschaften über die Versorgungskassen erklingen. Bisher betraf das ja nur die Beamten-Pensionskassen. Aber jetzt trifft es auch alle anderen: die Zusatzversorgungskasse Rheinland-Westfalen geht recht dubios mit unserem Geld um.
(…)
Was soll den das bitte? Kann dieses Verhalten mal jemand erklären, Herr Immel vielleicht?

 

Balda hängt am Segen der Kirche

von Sönke Iwersen
Mitarbeiter und Aktionäre des Handyzulieferers Balda sind Einiges gewohnt. Verunglückte Verkaufsgespräche, die das ganze Unternehmen gefährden, plötzliche Notrufe nach mehr Kapital. Jetzt stellt sich heraus: Sogar die evangelische Kirche ist in den Strudel des angeschlagenen Mittelständlers geraten. Der Grund ist unklar – die Kirche schweigt.

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Symbiose mit Beigeschmack?

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Sören Asmus

Symbiose mit Beigeschmack?

Das Land bietet Gestellungsverträge für PfarrerInnen und PastorInnen im Fach Religion

In den Sommerferien kam plötzlich viel Bewegung in die Schulreferate der Landeskirche: Das Land NRW war auf der Suche nach TheologInnen, die in den Schulen Religionsunterricht übernehmen können, und bot dafür Gestellungsverträge, die es der EKiR ermöglichten, viele PfarrerInnen und auch entlassene PastorInnen auf Schulstellen zu bringen, mit regulären Verträgen, ohne die landeskirchlichen Kassen sonderlich zu belasten. Damit sollte beiden: der Landeskirche und der Landesregierung gedient sein – und natürlich vor allem den SchülerInnen, die sonst auf Religionsunterricht verzichten müssten.

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Aufbruchstimmung und Konzentration auf globale soziale Herausforderungen im Weltkirchenrat

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Christina Biere

Aufbruchstimmung und Konzentration auf globale soziale Herausforderungen im Weltkirchenrat

Vom 26. August bis 2. September 2009 tagte in Genf der Zentralausschuss des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) in Genf. Er wählte Pfarrer Dr. Olav Fykse Tveit (48) aus der lutherischen Kirche in Norwegen zum neuen Generalsekretär, entschied sich für die südkoreanische Hafenstadt Busan als Ort der 10. Vollversammlung des ÖRK im Jahr 2013 und befasste sich schwerpunktmäßig mit der weltweiten Situation von Christen in gesellschaftlichen Konfliktsituationen.

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