TRANSPARENTonline

für die kritische Masse in der Rheinischen Kirche

Nr. 98

editorial

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Liebe Leserinnen und Leser,

 

Transparent ist die einzige kirchliche Zeitschrift, die ich noch lese“, sagt neulich ein pensionierter rheinischer Pfarrer. „Für die Themen von Transparent habe ich nach meiner Pensionierung keinen Bedarf mehr“, lesen wir zuweilen, wenn eine Kündigung des Abo’s begründet wird. In dieser Spanne und Spannung erstellen wir seit 25 Jahren unsere Zeitschrift. Die Kündigungen nehmen zu und neue – junge – Abonnenten sind selten und rar. Daraus ergibt sich konsequent das Ende des Printmediums „Transparent“.

 

Aber die vorletzte Druckausgabe hat es in sich und lohnt das Lesen. Das Geld der Kirche und der Umgang mit dem Mammon in ihr auf der einen Seite und die „Bundeswehr in den  Schulen“ auf der anderen Seite sind aktuelle, brennende Fragen. Und darum Schwerpunkte in dieser Ausgabe.

 

Vorausgehend und begleitend mit der gegenwärtigen Diskussion um Aussetzung bzw. Abschaffung der Wehrpflicht, hat die Bundeswehr es verstanden, einen „vertraglichen“  Fuß in die Schulen der Republik zu bekommen. Da ist Wachsamkeit angesagt und Widerstand gegen Wehrkundeunterricht bei jungen Menschen. Das „Konzept der vernetzten Sicherheit“, das die Jugendoffiziere der Bundeswehr in den Schulen vertreten, hat mit dem „gerechten Frieden“, den die Kirchen propagieren, so gut wie keine Schnittmengen. Während die EKD in ihrer jüngsten Erklärung einfach behauptet, dass die Frage der Wehrpflicht „keine Bekenntnisfrage“ ist, sei mit der Rezension von Martin Arnold daran erinnert, dass andere Menschen die christliche Tradition anders interpretieren. So hat die Quäker-Versammlung 2009 einen Brief an die Politiker aller Bundestagsparteien beschlossen mit der Aufforderung, die Wehrpflicht und dann auch die Bundeswehr abzuschaffen und alle Formen ziviler Konfliktbewältigung mit den freiwerdenden Mitteln zu unterstützen.

 

Wir rechnen nicht mit Zustimmung aus den kirchenleitenden Gremien zum Thema „Kirche und Geld“. „Kirche der Reichen“ und „So macht man die Gemeinden arm“ – das ist nicht unsere Sprache und Politik, werden sie entgegenhalten. Transparent wünscht sich eine Auseinandersetzung an der Stelle und ist offen dafür.

 

Transparent als Printmedium neigt sich dem Ende entgegen. Aber Transparent ist nicht am Ende. Wie es weiter gehen wird, soll und kann -, das wollen wir mit engagierten Menschen  am Freitag – 29. Oktober 2010 – um 18 Uhr im Café Treff, Hövelstr. 73, Essen, planen und vorbereiten. Dass die neue Perspektive „Internet“ lautet, ist die Vorgabe. Alles andere ist offen.

 

Wir freuen uns auf jeden und jede, die am 29. Oktober mit uns überlegen und nachdenken und an die Arbeit gehen. Allen anderen wünschen wir eine spannende Lektüre.

 

Die Redaktion

 

Das aktuelle Heft

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So macht man die Gemeinden arm

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Hans-Jürgen Volk

Kirche und Geld:

So macht man die Gemeinden arm

Anmerkungen zu den Eckdaten für die Haushaltsplanung 2011 in der Ev. Kirche im Rheinland

Mit einer zusätzlichen Bürgschaft des Bundes in Höhe von 40 Mrd. € soll die ehemals private Bank Hypo Real Estate abgesichert werden. Insgesamt liegen die Garantien des Bundes nun bei ca. 140 Mrd. €. Diese Garantien kommen vor allem auch den Gläubigern zu Gute. Hierzu gehören deutsche Bankeninstitute wie die Deutsche Bank oder die Commerzbank, aber auch jede Menge ausländischer Banken.

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Wehrkundeunterricht – Kindern und Jugendlichen den Krieg erklären

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Klaus Matthes

Wehrkundeunterricht – Kindern und Jugendlichen den Krieg erklären

 

Wenn Schüler und Schülerinnen im Rahmen einer schulischen Veranstaltung in eine Kaserne der Bundeswehr fahren, dort sportliche Geländespiele absolvieren, echte Waffen vorgeführt bekommen und sich an einem Wunschmenu aus der Truppenküche erfreuen dürfen, dann kann man das unter „Einblicke in das Leben der Soldaten bekommen“ abheften, wie es eine Pressemitteilung der Bundeswehr macht. Die Fahrt von 55 Schülerinnen und Schülern der Gustav-Adolf-Hauptschule Goch und des Gymnasiums Aspel in Rees kurz vor den Sommerferien 2010 kann aber auch „Wehrkundeunterricht“ genannt werden.

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Ökumenische Versammlung am 31. Oktober 2010 in Oberhausen

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Ökumenische Versammlung am 31. Oktober 2010 in Oberhausen

„Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde…“. Mit diesem Zitat aus Prediger 3,1 lädt das Ökumenische Forum zu einer letzten Ökumenischen Versammlung in seiner Verantwortung ein. Damit geht eine Tradition zu Ende, die mit der ersten Ökumenischen Versammlung 1984 zeitgleich mit der Rheinischen Landessynode in Bad Neuenahr beginnt und nun  in Oberhausen endet.

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Bundeswehr in NRW-Schulen - Fakten und Thesen

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Bundeswehr in NRW-Schulen - Fakten und Thesen

Vortrag bei der Frühjahrskonferenz der Synodalbeauftragten KDV am 26.4.2010 in Dortmund

1. Sachverhalt

Jugendoffiziere treten seit 1958 als Referenten im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr zu Verteidigungsfragen in Schulen auf. Grundlegend dafür sind neuerdings Kooperationsvereinbarungen zwischen Kultusministerien und der Bundeswehr.

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