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für die kritische Masse in der Rheinischen Kirche

5-2014

Die Hinrichtung des Humanisten

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Der von Protestanten verbrannte „Ketzer“ Michael Servet (1511-1553)

Klaus Schmidt

Vor 450 Jahren, am 27. Mai 1564, starb der Genfer Reformator Johannes Calvin. Schon 2009 war aus Anlass seines 500. Geburtstags in der Internetseite „calvin.de“ zu lesen, er habe „mit seiner Theologie und seiner rationalen Weltsicht zur Entwicklung der modernen Gesellschaft beigetragen“. Im Mai 2014 schrieb Stephan Cezanne für den „epd Hannover“: „Auch die moderne Demokratie, die Idee der Menschenrechte und die Ökumene wurden von ihm beeinflusst. In seiner berühmten Genfer Kirchenordnung, entwickelt Mitte des 16. Jahrhunderts, sehen viele ein Modell der späteren staatlichen Gewaltenteilung.“ Doch es gebe auch den „dunklen Calvin“, schreibt Cezanne: „Besonders seine aktive Rolle bei der Anklage gegen den spanischen Arzt und Juristen Miguel Servet belastet seinen Ruf bis heute schwer. Servet wurde Ketzerei und Gotteslästerung vorgeworfen. Er endete schließlich am 27. Oktober 1553 auf dem Scheiterhaufen. Historiker entlasten Calvin mit den Zeitumständen.“ Die Frage liegt nahe: Zu Recht?

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Mit Gütekraft mehr Freiheit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit verwirklichen

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Martin Arnold*

1. Einleitung

Als Mohandas K. Gandhi das Kunstwort Satjāgrah[1] (engl. satyagraha) prägte, nahm er an, dass die Sache, um die es geht, so alt sei „wie die Menschheit“. Dennoch sah er sich veranlasst, ein neues Wort zu bilden. Damit überführte er eine uralte Praxis in ein ausgearbeitetes Handlungskonzept zum Abbau gesellschaftlicher und politischer Missstände, mit dem er vier Jahrzehnte öffentlich experimentierte.

Satjāgrah begann, wie Gandhi erzählt, am 11. September 1906: Gemeinsam mit ihm verpflichteten sich 3.000 Inder im Johannesburger Theater feierlich, die gegen die indische Minderheit gerichtete rassistische Gesetzgebung in Südafrika nicht hinzunehmen und für ihre Abschaffung notfalls ihr Leben einzusetzen.

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Anfang August 1914 trafen sich in Konstanz 90 christliche Friedensengagierte aus 12 Nationen und 30 verschiedenen Kirchen, darunter drei aus Deutschland, und gründeten den Weltbund für Freundschaftsarbeit der Kirchen. Um bei Kriegsbeginn der Internierung zu entgehen, brachen sie die Konferenz ab. Beim Abschied im Sonderzug am 3. August in Köln versprachen der deutsche Theologe Friedrich Siegmund-Schultze und der englische Quäker Henry Hodgin einander bleibende Freundschaft und die Fortführung der Friedensarbeit nach dem Krieg: der Impuls zur Gründung des International Fellowship of Reconciliation. Seit 1915 entstanden bis heute in 40 Ländern 70 nationale Zweige, Gruppen und Partner. Versöhnung – auf dem Weg zur Ächtung militärischer Gewalt und Abschaffung von Militär eine vielschichtige Aufgabe mit soziologischen, psychologischen und ökonomischen Aspekten. Die Grundsatzerklärung des Internationalen Versöhnungsbundes auf Weltebene lautet: "IFOR ist eine internationale, spirituell gegründete Bewegung von Menschen, die auf der Basis ihres Glaubens in die Fähigkeit der Liebe und der Wahrheit, Gerechtigkeit zu schaffen und Gemeinschaft wiederherzustellen, danach trachten, Gewaltfreiheit zu fördern als einen Lebensstil und als ein Mittel der Veränderung: auf der persönlichen, der gesellschaftlichen, der wirtschaftlichen und der politischen Ebene."

In hundert Jahren entstand eine inspirierte und inspirierende Friedensbewegung, aus der zahlreiche gewaltfreie Initiativen, Organisationen und auch historische Umbrüche hervorgegangen sind. Viele Versöhnungsbundmitglieder dachten und gingen voraus und nahmen andere mit: die Ehrenpräsidentin Hildegard Goss-Mayr, die Friedensnobelpreisträger Martin Luther King, Adolfo Pérez Esquivel und Mairead Corrigan Maguire sowie ungezählte andere. Neu erschlossene friedliche Vorgehensweisen werden auf immer neue Zusammenhänge hin weiter entwickelt. In Bildungsarbeit, Trainings, Programmen und Projekten setzen sich viele für Konfliktttransformation, Versöhnung und Frieden ein.

Herzliche Einladung
Internationale Hundertjahrfeier 1.-3.8.14 in Konstanz:
www.versoehnungsbund.de/100-jahre    
http://centennial.ifor.org/
Am Konstanzer Münster:
- Fastenaktion f
ür eine atomwaffenfreie Welt und Abzug der Atombomben aus Deutschland 1.-3.8.14,
Andachten: 8:15, 12:00, 20:15 h

- Friedensweg – Für den Frieden einstehen – 
Installation mit Persönlichkeiten aus 100 Jahren Friedensgeschichte 2.8.14:
www.versoehnungsbund.de/100-jahre
Begegnungs- und Friedenswoche 3.-10.8.14 in Konstanz
(niedrige Kosten durch Mitwirkung der Teilnehmenden):
www.versoehnungsbund.de/friwo
Fahrradtour 19.-31.7.14 von Köln nach Konstanz,
mit Aktionen gegen Unrecht und Gef
ährdung von Mensch und Natur
f
ür ein friedliches Zusammenleben:
www.versoehnungsbund.de/2014-radtour
Englischsprachiges Jugendcamp 1.-10.8.14 in Konstanz:
 
www.versoehnungsbund.de/2014-jugendcamp
Anmeldung bitte möglichst bald
Martin Arnold

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